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Tutorial

In diesem Bereich möchte ich Ihnen für verschiedene Produkte die Wege der Fertigung aufzeigen.

Die Geburt einer Saufeder

Während eines Schmiedekurses sollte auf besonderen Wunsch eine traditionelle Saufeder entstehen.
Den Weg dorthin habe ich mit dem wichtigsten Stationen im Foto festgehalten und möchte ihn nun hier vorstellen:

Als Ausgangsmaterial habe ich C45 (1.1730) mit einem Querschnitt von 40 x 40 mm verwendet. Ein ausreichend langes Stück wurde auf Temperatur gebracht und eine Seite für den späteren Dorn rund abgesetzt.


Im nächsten Schritt wird der verbliebene Teil des Vierkants zum eigentlichen Blatt (Klinge) der Saufeder ausgeschmiedet. Dieses hat ein rhombischen Querschnitt und am Mittelgrat eine Stärke von gut 18mm. Nach dem Ausschmieden des Blattes wird der Dorn in die Länge gereckt und rund und spitz ausgeschmiedet.


Das Blatt der Saufeder mit Dorn ist nun mit einer Gesamtlänge von 35 cm fertig ausgeschmiedet, ca. 20cm ist die Klingenlänge und auf den Dorn entfallen ca. 15cm.


Für das weitere Vorgehen stellt sich nun die Frage welche Form das Haus (die Tülle, die den Schaft umschliesst) haben soll.
Traditonellerweise kann dies sowohl rund, als auch quadratisch, oder achteckig sein. Im Foto sind sowohl die runde als auch die quadratische Form zu sehen. Ausgewählt wurde in diesem Fall die runde Variante.


Vor der Hochzeit, also kurz bevor das Blatt ins Haus eingesetzt wird, muss der Erl an der Verbindungsstelle zunächst einmal rundund passend geschliffen werden, so dass er sauber ins Haus eingesetzt werden kann.
Im nächsten Arbeitsschritt werden Haus und Blatt miteinander verschweisst. In früheren Zeiten wurde dies selbstverständlich als Feuerschweissung ausgeführt. In diesem Fall haben wir jedoch den einfacheren Weg gewählt und die Verschweissung mittels Schutzgasschweissgerät durchgeführt.


Nach das Blatt nun mit dem Haus erfolgreich verschweißt wurde, erfolgt nun die erste Wärmebehandlung der Saufederspitze. Die Spitze wird mehrfach normalisiert und der besseren Bearbeitbarkeit wegen weichgeglüht.


Nach der ersten Wärmebehandlung erfolgt nun die Formgebung der Spitze mit dem Winkelschleifer und Bandschleifer. Kurz vor dem Ende des ersten Tages ist die Spitze fertig in Form geschliffen.


Zum Ende des ersten Kurstages erfolgt im letzten Arbeitsgang das Härten der fertig geschliffenen Saufederklinge. Hierzu wird die komplette Klinge im Härteofen auf Härtetemperatur gebracht und anschliessend im 60° -80° Celsius warmen Ölbad abgeschreckt.


Deutlich ist hier zu sehen wie die Spitze aus dem Kern heraus durch ihre Eigenwärme angelassen wurde. Im Anschluss daran erfolgt ein weiteres Anlassen im elektrischen Ofen.


Am nächsten Tag soll die Saufeder fertiggestellt werden, dazu wird zunächst die Spitze feingeschliffen und poliert. Hier ist die fertig geschliffene und polierte Spitze zusammen mit dem aus Hirschhorn angefertigten Knebel zu sehen.


Im Anschluß geht es nun an die Anfertigung des Schaftes. Dieser wird zuerst aus gut abgelagertem Eschenholzgesägt und dann in Form gehobelt. Achteckig und sich zu den Enden hin verjüngend.


Abschliessend wird der Schaft dunkelbraun gebeizt. Nachdem die Beize eingezogen ist wird der Schaft in die Tülle der Saufeder eingesetzt und zusätzlich mit 2 Komponenten Epoxydharz verklebt.


Nach dem das Epoxydharz ausgehärtet ist, geht es an die Umflechtung des Schaftes. Diese Lederwicklung sorgt einerseits für eine ausreichende Befestigung des Hirschhornknebels am Ende der Tülle und andererseits soll dadurch auch die Griffigkeit des Schaftes erhöht werden. Ein Verrutschen und Lockern der Wicklungen wird verhindert, indem jeder Kreuzungspunkt der Lederriemen mit Ziernägeln gesichert wird.


Nach zwei Tagen anstengender Arbeit an Feuer, Amboss und Bandschleifer präsentiert der neue Besitzer seine selbstgefertigte Saufeder.